HIV-News

 

Jeder dritte Aidskranke in Therapie
(12. Juni 2008, FAZ.NET) Zwei Jahre nach einer ersten UN-Aidskonferenz mit Regierungsvertretern aus fast allen Mitgliedstaaten hat der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, am Mittwoch abermals eine durchwachsene Bilanz gezogen. Einerseits habe die Weltgemeinschaft zwar beachtliche Erfolge erzielt. So sei die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Jahren genauso zurückgegangen (von 3,2 Millionen im Jahr 1998 auf nunmehr 2,5 Millionen) wie die Zahl der Aidstoten - 2001 starben noch 3,9 Millionen Menschen an dem HI-Virus, im vergangenen Jahr waren es 2,1 Millionen. Auch habe von den nach Schätzungen etwa zehn Millionen Menschen, die eine Behandlung benötigen, fast jeder dritte Zugang zu den lebensverlängernden Medikamenten.
Doch das UN-Ziel, bis 2010 jedem Aidskranken Therapie und Pflege zukommen zu lassen, sei nicht mehr zu erreichen, sagte Ban auf der zweitägigen Aidskonferenz, zu der die UN nach New York eingeladen hatten. (....)
Nach Angaben des Generalsekretärs waren Ende 2007 rund 33 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Trotz aller Anstrengungen übersteige die Zahl der Neuinfektionen noch immer die Zahl der Patienten, die eine Therapie bekämen. „Das ist nicht hinnehmbar“, sagte Ban. Er sprach sich am Mittwoch dafür aus, die Einreisebeschränkungen für HIV-Infizierte aufzuheben, die in mehr als 70 Ländern, darunter den Vereinigten Staaten, gelten.

Aids-Hilfe München solidarisch mit Betroffenen in ärmeren Ländern
Michael Tappe, Fachlicher Leiter der AIDS-Hilfe München hat sich in einem Schreiben an eine Pharmavertreterin von Abbott GmbH & Co. KG vom Januar 2008 solidarisch mit Betroffenen in ärmeren Ländern erklärt. Darin heißt es u. a.: „Ich komme noch mal zurück auf das Angebot Ihrer Firma, sich an dem über Werbeflächen finanzierten Auto für unser Cafe Regenbogen finanziell zu beteiligen. Ich danke ihnen für Ihre Bereitschaft, muss das Angebot aber leider ablehnen. Die Firma Abbott steht wegen ihrer Firmenpolitik in Entwicklungsländern unter schwerer Kritik. Seit Monaten gibt es eine sehr unerfreuliche Auseinandersetzung mit Thailand. Ihre Firma übt seit längerem großen Druck auf das Land aus, weil Thailand eine Zwangslizenz für die hitzebeständige Darreichungsform des Proteashemmers Lopinavir/Ritonaivir (deutscher Handelsname: Kaletra) erlassen hat. Trotz massiver internationaler Proteste droht Abbott weiter damit, keine neuen Medikamente mehr in Thailand zur Zulassung anzumelden und zu vermarkten.
Als Aids-Hilfe fühlen wir uns den Betroffenen in anderen Ländern solidarisch und möchten kein Geld annehmen von einer Firma, die Betroffenen in anderen, ärmeren Ländern lebenswichtige Medikamente vorenthält. Wir schließen uns dem Appell von Ärzte ohne Grenzen e. V. an, unverzüglich wieder neue Medikamente in Thailand zu registrieren. (...) Solange die Politik von Abbott sich nicht ändert, wollen wir der Firma nicht durch Werbeflächen zu einem guten Image in Deutschland verhelfen.“



HIV-News aus 2007:

 

Brasilien zeigt Pharmaindustrie kalte Schulter
Sao Paulo - Durch die Verhandlungen mit Pharmafirmen zur Reduzierung der Preise von Aids-Medikamenten und die Herstellung von billigen generischen Versionen ist es Brasilien gelungen, eine Milliarde Dollar zu sparen. Die Infektionsrate konnte laut einer Studie der Harvard School of Public Health
http://www.hsph.harvard.edu auf einem ähnlichen Wert wie in Amerika gehalten werden. Derzeit haben mehr als 180.000 Brasilianer Zugang zu Aids-Medikamenten. Details der Studie wurden in der Public Library of Science http://medicine.plosjournals.org veröffentlicht.
Brasiliens Umgang mit HIV und Aids wird seit langer Zeit für die Kombination von effektiver Behandlung und aggressiven Safe-Sex-Kampagnen gelobt. 1996 war Brasilien das erste Entwicklungsland, das sich dazu verpflichtet hat, freien und allgemeinen Zugang zu Medikamenten gegen Aids zur Verfügung zu stellen. Die aktuelle Studie geht davon aus, dass es Brasilien mit dieser Strategie gelungen ist, zwischen 2001 und 2005 rund eine Milliarde Dollar zu sparen. Mit der Drohung selbst billigere generische Versionen von Medikamenten herzustellen, hat Brasilien wiederholt Pharmafirmen dazu gebracht ihre Preise zu senken. In diesem Jahr wurde das Patent für Efavirenz gebrochen und eine billigere Version des Medikaments aus Indien importiert.
Pharmafirmen warnten, dass derartige Aktionen dazu führen könnten, dass weniger Geld in die Forschung investiert werden würde. Brasilien hält dagegen, dass diese Entscheidung im allgemeinen Interesse getroffen worden sei. Aus diesem Grund würden auch generische Versionen von acht Medikamenten hergestellt, für die die offiziellen Stellen über kein Patent verfügen. Bis zu einem gewissen Grad fällt diese Strategie derzeit laut BBC ihrem eigenen Erfolg zum Opfer. Laut der aktuellen Studie sind die Kosten für Medikamente rapide angestiegen. Verantwortlich dafür wird gemacht, dass die Medikamente mehr Menschen zur Verfügung stehen, die gleichzeitig eine höhere Lebenserwartung haben.
Pressetext Austria - Meldung vom 14. November 2007

Ärzte ohne Grenzen überreicht 420.000 Unterschriften -
"Novartis muss indisches Patentrecht akzeptieren"
Basel/Berlin, 8. August 2007. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen hat dem Schweizer Pharmakonzern Novartis heute in Basel eine Petition mit 420.000 Unterschriften überreicht. Novartis wird aufgefordert, keine Handlungen für eine Verschärfung des Patentgesetzes in Indien zu unternehmen. Am Montag war eine Patentrechtsklage des Konzerns vom Gerichtshof in Chennai (Indien) zurückgewiesen worden. Die Petition "Menschen sind wichtiger als Patente" war im Dezember 2006 von Ärzte ohne Grenzen ins Leben gerufen worden.
Ein Gerichtsentscheid zugunsten von Novartis hätte die Produktion von Generika in Indien und damit die Versorgung von Patienten in ärmeren Ländern drastisch eingeschränkt.
"Der indische Gerichtsentscheid ist wegweisend für uns Ärzte: Wir sind zuversichtlich, dass wir zur Behandlung unserer Patienten weiterhin auf erschwingliche Medikamente aus Indien zurückgreifen können", erklärte Christophe Fournier, Internationaler Präsident von Ärzte ohne Grenzen, in Basel. "Wir freuen uns, dass Novartis das Urteil nicht anfechten will. Und wir rufen das Unternehmen dazu auf, nicht über die Welthandelsorganisation (WTO) oder andere Kanäle auf eine Änderung des indischen Patentrechts zu drängen." (...)
"Wir möchten unseren aufrichtigen Dank an alle ausdrücken, die zur globalen Mobilisierung gegen die Novartis-Klage beigetragen haben", sagte Christophe Fournier. "Hunderttausende von Menschen auf sechs Kontinenten haben dies ermöglicht und Indiens Status als ‚Apotheke der Armen' gestützt."
Entwicklungsländer und internationale Organisationen wie UNICEF und die Clinton-Stiftung sind auf erschwingliche Medikamente aus Indien angewiesen. Auch 84 Prozent aller HIV/Aids-Medikamente, die Ärzte ohne Grenzen den Patienten weltweit verschreibt, sind indische Generika. (...)
Weitere Informationen: Pressestelle, Christiane Löll, Tel.: 030-22 33 77 00. Oliver Moldenhauer steht für Interviews zur Verfügung (Quelle:
http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/Presse/Pressemitteilungen/2007/Pressemitteilung-2007-0 8-08.php)

Europa: Steigende Ansteckungsraten in Europa
Brüssel. Trotz breiter Aufklärungskampagnen scheint in Europa die Angst vor der Ansteckung (...) abgenommen zu haben. Die Zahl der Neuinfektionen steigt; die Rede ist sogar von einer Infektionswelle, die auf Europa zurollt.. Ein Parlamentsbericht unterstützt die Forderung der Kommission, den Kampf gegen AIDS wieder verstärkt aufzunehmen. (..)
Dass die Ansteckungsraten auch in Europa steigen, ist (...) auch vielfach ein Migrationsproblem. Deswegen sieht der Aktionsplan, den das Europaparlament diskutiert hat, eine gemeinsame Strategie nicht nur für die Mitgliedsstaaten sondern auch für die Nachbarländer der EU vor.
Nach einer Studie aus dem Jahr 2006 finden sich drei Viertel der heterosexuellen Infizierten in der EU unter Immigranten.
Nahezu zwei Drittel aller HIV-infizierten Menschen leben in Afrika. Nur ein Prozent dieser Infizierten haben sich jedoch einem Bluttest unterzogen: Somit hat die große Mehrheit keine Ahnung, dass sie den gefährlichen Virus in sich trägt, darunter auch viele, die nach Europa auswandern.
Ein anderes Problem stellen wachsende HIV-Raten an den Ostgrenzen der EU dar. Der illegale Handel mit Prostituierten aus Ländern wie Russland oder der Ukraine ist einen großer Risikofaktor. (...)
Die EU-Kommission stieß Ende 2005 an, den Kampf gegen Aids verstärkt aufzunehmen und dabei insbesondere auch die Nachbarländer einzubeziehen.
Der Initiativbericht des liberalen EU-Abgeordneten Georgs Andrejevs (Lettland) unterstützt diese Forderung und wurde im Gesundheitsausschuss verabschiedet. Seinem Bericht zu Folge zählen injizierende Drogenkonsumenten, Männer, die Geschlechtsverkehr mit Männern haben, Prostituierte, Migranten, Häftlinge und junge Menschen unter 25 Jahren zur Gruppe mit dem höchsten HIV-Risiko. (....)
Maßnahmen zur Prävention und zur Schadensbegrenzung sollen unter anderem die Verwendung von Kondomen, Drogenersatztherapie, Zugang zu freiwilligen Tests, Tausch alter gegen neue sterile Nadeln und Spritzen sowie Beratung von Gruppen, die als gefährdet oder mit HIV infiziert gelten, fördern.
Gleichzeitig sollen im Allgemeinen Forschungsprojekte, die nach neuen Behandlungsmöglichkeiten für HIV/Aids suchen, stärker gefördert werden. (...)
Doch müssen Medikamente und Therapien nicht nur entwickelt werden, Betroffene müssen auch Zugang zu ihnen haben. Kommission und Mitgliedstaaten müssten für alle Betroffenen, vor allem aber für Schwangere, den Zugang zu Medikamenten sichern, sagt das Parlament. Während der Zugang beispielsweise zu antiretroviraler Behandlung in den EU-15 Staaten relativ gut sei, verhielte es sich in den neuen Mitgliedstaaten völlig anders, bemängelt der Berichterstatter. Mit ihrem Beitritt zur EU müssten diese Mitgliedstaaten die westeuropäischen Einheitspreise für antiretrovirale Arzneimittel zahlen, was es sehr schwierig für sie mache, den allgemeinen Zugang zu diesen Mitteln zu finanzieren. Daher müssten die hohen Kosten gerade von neuen Aids-Medikamenten und Aids-Medikamenten der zweiten Generation diskutiert werden. (...)
(Quelle:
http://hivlife.de/117/117_p3.html,)

Aids-Virus herausgelöst
Vorsichtige Hoffnung auf eine Therapie für Heilung statt Eindämmung des Erregers. Biotechnologischer Durchbruch in HIV-Forschung.
Hamburg/Dresden. Deutschen Forschern ist es im Labor erstmals gelungen, die Gene des Aidsvirus aus menschlichen Zellen herauszuschneiden. Dazu haben sie ein spezielles Enzym entwickelt, berichten sie im Journal "Science". "Die infizierte Zelle wird geheilt", erklärt Professor Joachim Hauber vom Hamburger Heinrich Pette-Institut für Experimentelle Virologie und Immunologie. "Wir wurden das Virus in den Zellen wieder los. Das ist ein biotechnologischer Durchbruch."
Bisher galt Infektion als unumkehrbar
Die Arbeit, an denen auch das Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden beteiligt ist, macht vorsichtige Hoffnung auf eine Aids-Therapie, die nicht nur auf Eindämmung der Viren setzt, sondern auf eine Heilung.
Bisher galt eine HIV-Infektion als unumkehrbar. Der Erreger gehört zu den Retroviren, die ihre Erbsubstanz fest in die DNA der infizierten Zellen einfügen. Laut Hauber besteht die vorsichtige Hoffnung, innerhalb von zehn Jahren eine Therapie zu entwickeln. Nächster Schritt sind dreijährige Tierversuche mit Mäusen, danach folgen Patientenstudien.
Die Forscher nutzten eine Eigenschaft bestimmter natürlicher Enzyme, der Rekombinasen. Wie eine Schere durchschneiden solche Proteine den DNA-Strang an bestimmten Stellen und setzen ihn neu zusammen. Eine Rekombinase erkennt jeweils eine Abfolge in den DNA-Bausteinen und setzt dort an. Die Erbsubstanz des HI-Virus ist an beiden Enden von zwei gleichen Sequenzen eingegrenzt, die sich auch bei Mutationen kaum verändern. Hier setzen die Wissenschafter ihre molekulare Schere an.
Die natürlich vorkommende Rekombinase Cre erkennt eine Gensequenz, die dem HIV-Erbgut ähnlich ist. Um sie für den neuen Zweck anzupassen, musste das Enzym in einer über 120 Rekombinase-Generationen dauernden Evolution verändert werden. So gelang es, aus Cre die verwandte Rekombinase Tre zu "züchten". Diese greift die HIV-Endsequenzen an. "Das ausgeschnittene Erbgut wird dann von der Zelle abgebaut", sagt Hauber. "Der Zelle geht es wieder gut."
Sollte die Methode zur Therapie entwickelt werden können, wäre eine Behandlung möglich. Dazu müssten aus dem Blut Stammzellen gewonnen und im Labor vom Virus befreit werden. Die Zellen könnten nach der Rückübertragung für eine Regeneration des Immunsystems sorgen.
Obwohl vermutlich nicht alle Viren entfernt werden könnten, wird ein so starker Rückgang der Virenzahl erwartet, so dass die Infektion unter Kontrolle bleibt.
Wiener Zeitung vom 28. Juni 2007

Unterstützt / Unterstützten Sie die Online-Petition
„Menschen sind wichtiger als Patente!“
Menschen in den ärmsten Ländern der Welt sind auf kostengünstige Medikamente angewiesen, die in Indien produziert werden. Der Zugang zu diesen preiswerten Arzneimitteln ist durch eine Klage des Pharmaunternehmens Novartis gegen das indische Patentrecht bedroht. Ärzte ohne Grenzen reagierte darauf mit einer Kampagne.
Mehr als die Hälfte der in den Ländern des Südens eingesetzten HIV/Aids-Medikamente stammen aus Indien. „Novartis versucht, die Apotheke der Armen zu schließen“, sagt Unni Karunakara, medizinischer Direktor der Medikamenten-Kampagne von Ärzte ohne Grenzen. „Indische Generika sind das Rückgrat unserer HIV/Aids-Programme in 30 Ländern. Von den mehr als 80.000 Patienten, die wir behandeln, erhalten 80 Prozent indische Nachahmerprodukte. Wir können nicht zulassen, dass Novartis ihnen den Versorgungshahn zudreht.“
"Unser Überleben hängt von diesen Medikamenten ab", betonte Elango Ramchandar, Präsident des Indian Network for People with HIV/AIDS, in Neu Delhi. "Wir rufen die Menschen in aller Welt dazu auf, uns im Kampf gegen die Klage von Novartis zu unterstützen."
Die internationale Online-Petition von Ärzte ohne Grenzen, die bereits von fast einer Viertelmillionen Menschen aus 150 Ländern unterzeichnet wurde, kann unter www.aerzte-ohne-grenzen.de weiterhin unterzeichnet werden.
(Quelle:
www.aerzte-ohne-grenzen.de)

Millionen HIV-Infizierte ohne Medikamente
London - Ungeachtet deutlicher Fortschritte bei der Versorgung HIV-Infizierter mit Medikamenten bekommen immer noch Millionen Bedürftige keine der lebensverlängernden Mittel. Nur knapp 28 Prozent von etwa 7,1 Millionen Behandlungsbedürftigen in Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen werden mit antiretroviralen Medikamenten versorgt, die den Aidserreger HIV wirksam eindämmen. Das berichteten die Vereinten Nationen am Dienstag in London. Weltweit leben rund 40 Millionen HIV-Infizierte, sie gelten normalerweise erst von einem bestimmten Stadium an als behandlungsbedürftig. (...) Bislang erhalten dem Bericht zufolge lediglich elf Prozent der HIV-infizierten Schwangeren in den betreffenden Ländern Medikamente gegen eine Übertragung des Virus auf ihre ungeborenen Kinder. (...) Der ursprüngliche Plan der WHO und von UNAIDS hatte darin bestanden bis 2005 rund drei Millionen Bedürftige mit Aidsmitteln zu versorgen. Die Ziele dieses als "3 by 5" bekannt gewordenen Programms wurden jedoch bis heute nicht erreicht.
(Quelle:
Basler Zeitung vom 17. April 2007)

Werden in den kommenden 25 Jahre 117 Millionen AIDS-Tote hingenommen?
Gemäß einer im November 2006 veröffentlichten Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird Aids im Jahr 2030 - nach Herzkrankheiten und Schlaganfällen - die dritthäufigste Todesursache sein. Die Autoren der Studie, Dr. Colin Mathers und Dejan Loncar, schätzen, dass in den kommenden 25 Jahren weltweit etwa 117 Millionen Menschen in Folge von Aids sterben werden. Bei einem verbesserten Zugang zu antiretroviralen Medikamenten könne diese Zahl jedoch auf 89 Millionen Menschen gesenkt werden. "Die zukünftige Entwicklung hängt stark davon ab, was die internationale Gemeinschaft heute unternimmt", so Mathers. Die Ergebnisse der aktuellen WHO-Studie sind unter http://www.plos.org/press/plme-03-11-mathers.pdf. im Internet verfügbar.
(Quelle: Pressemeldung vom 23.01.07 der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung)

Weißt Du`s?
Die Analyse des Robert Koch Institutes vom Oktober 2006 zeigt, dass etwa 1/3 bis 2/3 der Todesfälle bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), Patienten mit heterosexuellem Infektionsrisikos und Patienten ohne Angabe eines Infektionsrisikos möglicherweise auf das zu späte Erkennen der HIV-Infektion zurückzuführen sind. Denn wird eine HIV-Infektion nicht rechtzeitig diagnostiziert, kann sich der Zustand der Patienten so stark verschlechtern, dass eine dann schließlich nach erfolgter HIV-Diagnose eingeleitete Behandlung zu spät begonnen wird und der Tod des Patienten damit nicht mehr verhindert werden kann.
Am höchsten ist der Anteil der kurz nach der HIV-Diagnose verstorbenen Patienten bei Personen aus Hochprävalenzländern (Migranten) – ein Indiz für einen schlechten Zugang dieser Gruppe zum medizinischen Versorgungssystem.
Bei den verstorbenen i.v.Drogengebrauchern war dagegen die HIV-Infektion in 95% der Fälle länger als 2 Jahre vor dem Tod bereits bekannt. D. h. das in dieser Gruppe das Versagen, Absetzen oder Vermeiden einer Therapie die entscheidende Gründe für das Versterben der Patienten sind.
Die DAH hat bereits im letzten Jahr eine Kampagne „Weißt du`s?“ für schwule Männer gestartet. Sie soll dazu beitragen, dass schwule Männer bei eingegangen Risiken (also nach unsafen Sex) einen HIV-Test durchführen, bevor sie bei einer HIV-Infektion an Krankheitssymptome leiden und ein schneller Tod im Extremfall nicht mehr verhindert werden kann.
(Quelle: Epidemiologisches Bulletin des Robert Koch Institutes vom 31.10.2006)

Genetische Marker für Leberschädigungen durch die Medikamente Viramune und Sustiva
In zwei US-Studien wurde herausgefunden, dass es genetische Anhaltspunkte gibt, die vorhersagen können, welche Patienten ein besonders hohes Risiko für Leberschädigung durch den Einsatz von Nevirapin (Viramune) und Efavirenz (Sustiva) erleiden.
Schwere Leberschäden, definiert als Erhöhung der Leberwerte GOT (= AST) und GPT (=ALT) treten demnach beim Einsatz dieser Medikamente auf: bei Viramune je nach Studie bei bis zu 25% der Patienten, bei Sustiva bei bis zu 8% der Patienten!
(Quelle: November/Dezember-Ausgabe von Projekt Information München)

Erhöhtes Risiko für Analkarzinome bei HIV
Menschen mit HIV erkranken auffällig häufig an bestimmten Krebsarten: vor allem an bösartigen Tumoren im Bereich des Afters (Analkarzinom) und an Lymphdrüsenkrebs (Morbus Hodgkin).
Das Analkarzinom, normalerweise mit weniger als einer Person pro 100.000 Personen und Jahr eine Rarität, hat bei HIV-Patienten eine Häufigkeit von 34 pro 100.000 Patientenjahre erreicht. Betroffen sind fast nur HIV-positive Männer.
Dr. Mosthaf vermutet, dass humane Papiloma-Viren ein Grund für die Analkarzinome sind. Sie sind sexuell übertragbar und verursachen zunächst Feigwarzen , aus denen dann ein Krebs entstehen kann. Er rief alle Ärzte auf, bei HIV-Patienten auf Hautveränderungen im Bereich des Afters zu achten.
(Quelle: Nürnberger Schwulenpost, Dez. 2006, „Gesundheits-Check“)

Aids in arabischer Welt auf dem Vormarsch
Im arabischen Raum wird alle zehn Minuten ein Mensch mit dem HI-Virus infiziert. Wissenschaftler befürchten eine Aids-Pandemie ähnlich jener im südlichen Afrika, wenn nicht rasch effektive Gegenmaßnahmen ergriffen würden. Offiziellen Angaben zufolge sind in der Region im Jahr 2005 zwischen 67.000 und 200.000 Neuinfektionen erfolgt, rund 58.000 Personen seien gestorben.
Anfang November letzten Jahres berieten 300 geistliche Führer aus 20 arabischen Ländern bei einer UNO-Konferenz in Kairo über das zunehmende Aids-Problem in den arabischen Ländern. Die Experten beklagen vor allem das Schweigen und die Tabus. Die arabischen Länder verzeichnen eine der höchsten Wachstumsraten bei HIV-Infektionen, aber Regierungen und religiöse Autoritäten reagieren nur sehr langsam auf das Problem.
Die regionale Koordinatorin des UNDP-Anti-Aids-Programms, Khadija Moalla, äußerte sich pessimistisch hinsichtlich der weiteren Entwicklung. "Bezüglich HIV herrscht Schweigen, Leugnung, Stigmatisierung und Diskriminierung in der arabischen Welt", sagte Moalla. So würden die nationalen Programme zur Aids-Bekämpfung der Größe der Herausforderung nicht gerecht. Dazu komme, dass sich viele Menschen aus Angst vor einer Stigmatisierung nicht testen ließen, so Moalla. 85 Prozent der HIV-Positiven seien sich ihrer Infektion nicht bewusst. Verschiedenen Statistiken zufolge seien vier von fünf HIV-infizierten Frauen in der arabischen Welt von ihren Ehemännern angesteckt worden. Wenn diese dann an der Seuche sterben, würden ihre Witwen oft von der Familie verstoßen.
Prominenteste Konferenzteilnehmer von geistlicher Seite waren Sheikh Mohammad Sayyid Tantawi, der Großimam der in der sunnitischen Welt einflussreichen Al-Azhar-Moschee in Kairo, und Kopten-Papst Shenouda III.
(Quelle: Kleine Zeitung vom 17. November 2006, siehe auch:http://praxis-psychosoziale-beratung.de/hiv-34.htm#Aids%20in%20arabischer%20Welt%20auf%2 0dem)

Was ist KompL@t? 
Seit gut 4 Jahren besteht das Kompetenznetz HIV/AIDS. In ihm arbeiten Kliniken, Schwerpunktzentren, kliniknahe Grundlagenforschung und Patientenorganisationen miteinander. Eines der zentralen Projekte des Forschungsnetzwerkes ist die Umsetzung der großen, nationalen HIV-Patientenkohorte, bei der seit zwei Jahren medizinische (z. B. Krankheits- und Therapieverläufe) und soziale Daten von über 13.800 Patienten und 53 Schwerpunktzentren erfasst und – pseudonymisert – zentral gespeichert werden. Die Forscher versprechen sich von dieser Datensammlung, in Zukunft unterschiedlichste Forschungsfragen beantworten zu können: Wann ist der beste Therapiebeginn? Welche Langzeit-Nebenwirkungen gibt es bei der antiretroviralen Therapie? Wie kommt es, dass sich bei einigen Menschen über Jahre, auch ohne Therapie, das Immunsystem kaum verschlechtert?
Da die Förderung des Kompetenznetzes durch das Forschungsministerium ab Mitte 2007 möglicherweise drastisch verringert wird, ist die Sicherung der Finanzierung der Kohorte ein großes Anliegen für alle Beteiligten.
KompL@t  ist der im Oktober letzten Jahres erschienene Newsletter der Deutschen AIDS-Hilfe e.V. zum Kompetenznetz HIV/AIDS. Aktuell und verständlich will KompL@t über Forschungsergebnisse und Projekte im Kompetenznetz in regelmäßigen Abständen berichten. KompL@t kann über die Webseite des Kompetenznetzes abonniert oder einzeln herunter geladen werden.

Wissenschaftler rechnen bald mit Integrase-Hemmern
Die Integrase-Hemmer MK-0518, eine noch nicht zugelassene Substanz mit einem neuen Angriffspunkt zur Hemmung der HIV-Vermehrung im menschlichen Körper befindet sich in der Entwicklung. Sie verhindern, dass die in DNA umgeschriebene virale Erbsubstanz des HIV in das menschliche Zellgenom integriert wird. Nach einer Presseveröffentlichung der Ärzte-Zeitung vom 23. Januar 2007 erhalten 178 Patienten mit fortgeschrittener HIV-Infektion in einer noch laufenden Phase-II-Studie zweimal täglich 200 mg, 400 mg oder 600 mg MK-0518 oder Placebo, jeweils kombiniert mit Hemmstoffe des HIV-Enzyms Reverse Transkriptase. Nach 24 Wochen lag mit dem Integrase-Hemmer bei 57 bis 67 Prozent der Patienten die Viruskonzentration unter 50 HIV-RNA-Kopien pro Milliliter Blut, in der Placebo-Gruppe nur bei 14 Prozent. "Besonders beeindruckend ist, wie schnell MK-0518 die Virusmenge unter die Nachweisgrenze senkt", sagte Professor Schlomo Staszewski von der Universität Frankfurt am Main beim internationalen HIV-Kongress in Glasgow. (Quelle: Ärzte-Zeitung vom 23. Januar 2007)

Neues von der Radioimmuntherapie
In seinem vorgeschlagenen 5-Punkte-Sofortprogramm fordert der Förderverein Neue Wege in der HIV-Therapie e.V. die Förderung von Therapieansätzen, die die eigentliche Quelle der Erkrankung, die HIV-infizierten und HIV produzierenden Zellen, zerstören können. Nur bei solchen Therapieverfahren gibt es eine realistische Chance, eine Heilung zu verwirklichen. Eine interessante Methode zur Abtötung HIV-infizierter Zellen, für die der Förderverein auf seiner Homepage wirbt, verfolgte Dr. Bergter vor ein paar Jahren an der Medizinischen Hochschule Hannover. Er beabsichtigte HIV-infizierte Zellen mit Antikörpern zu besetzen, an die Radioisotope gekoppelt sind, die die nach antiretroviraler Therapie restlichen verbliebenen HIV-infizierten Zellen selektiv abtöten sollten. Dr. Bergter erhielt nicht ausreichende Forschungsmittel, um seine Arbeiten fortführen zu können. Im November letzten Jahres berichteten jedoch Forscher vom Albert Einstein College of Medicine und der Yeshiva University (New York) über erfolgreiche Versuche zur Radioimmuntherapie mit HIV-infizierten menschlichen Zellen im Mausmodell. Die Arbeiten sollen fortgesetzt werden. (Quelle: http://www.foxnews.com/story/0,2933,228143,00.html?sPage=fnc.health/aids)



NEWS vor 2007:

Presseerklärung von Ärzte ohne Grenzen (27.04.2006):
Leere Versprechungen:
Abbott macht neues HIV/Aids-Medikament nicht in ärmeren Ländern erhältlich
New York/Berlin, 27. April 2006. Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen ruft den Pharmakonzern Abbott auf, umgehend Schritte zu unternehmen, die neue hitzebeständige Version des Aids-Medikaments Lopinavir/Ritonavir (Kaletra®) außerhalb der USA zugänglich zu machen. Die neue Formulierung des Kombinationspräparats war bereits im Oktober 2005 von der dortigen Regulierungsbehörde zugelassen worden, doch der Konzern unternimmt nichts, um das dringend benötigte Mittel in ärmeren Ländern zu vermarkten. (...)
Der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Proteaseinhibitor Lopinavir/Ritonavir ist ein wichtiger Bestandteil der Aids-Behandlung, wenn sich Resistenzen gegen die Medikamente der ersten Therapielinie entwickeln und diese somit ihre Wirkung verlieren. Da die neue Formulierung nicht gekühlt werden muss, ist sie geradezu ideal geeignet für Regionen, in denen Patienten meist keine Kühlmöglichkeiten besitzen.
„In ressourcenschwachen Gebieten, in denen ein Kühlschrank einen Luxus darstellt, wird die neue Version Lopinavir/Ritonavir dringendst benötigt,“ sagte Rowan Gillies, internationaler Präsident von Ärzte ohne Grenzen. „Wie kann es sein, dass Abbott die Zulassung dieses Mittels in ärmeren Ländern hinauszögert? Die Firma hält das Patent auf dieses Medikament und hat somit eine Monopolstellung inne, bis eine generische Version erhältlich ist. Bisher hat sie nicht einmal zugestimmt, der Bestellung für unsere 400 Patienten nachzukommen.“
Prominente Wissenschaftler, Ärzte, Geldgeber, Aids-Aktivisten und Politiker aus allen Teilen der Welt haben am 15. März einen offenen von Ärzte ohne Grenzen unterschrieben, in dem der Geschäftsführer von Abbott aufgefordert wurde, das hitzebeständige Lopinavir/Ritonavir schnellstmöglich in ärmeren Ländern verfügbar zu machen.
Obwohl Abbott daraufhin angekündigt hat, das Medikament für 500 US-Dollar pro Patient und Jahr in Afrika und den am wenigsten entwickelten Ländern zu verkaufen, kann bisher noch kein Patient von diesem Preis profitieren. Denn die Firma hat - mit der Ausnahme von Südafrika - bis heute noch keinerlei Schritte unternommen, die neue Formulierung von Lopinavir/Ritonavir in den betroffenen Ländern zugänglich zu machen. Darüber hinaus hat Abbott noch keinen Preis für Länder mittleren Einkommens angekündigt.
Dieses Verhalten von internationalen Pharmakonzernen ist bekannt. Auf öffentlichen Druck hin werden spezielle Preise für ärmere Länder angeboten, doch die Firmen bemühen sich nicht um eine Zulassung in diesen Ländern, so dass der Preis im Grunde virtuell und die Ankündigung für die bedürftigen Patienten bedeutungslos bleibt. „Unsere Patienten brauchen keine leeren Versprechungen. Sie brauchen Medikamente, um leben zu können“, sagte der Arzt Jens Wenkel von Ärzte ohne Grenzen in Nigeria.
Ärzte ohne Grenzen behandelt derzeit 60.000 HIV/Aids-Patienten in 29 Ländern mit antiretroviralen Medikamenten.
Weitere Informationen:
Pressestelle, Kattrin Lempp, Tel.: 030-22 33 77 00

Wichtiger Erfolg im Kampf gegen HIV
Eine erste Studie hat ergeben, dass es möglich ist, HIV aus ruhenden Lymphzellen zu eliminieren (Lancet 366, 2005, 549). Während sich mit der antiretroviralen Therapie die Virus-Produktion wirksam unterdrücken lässt, gab es bislang noch keinen sicheren Weg, die latent infizierten Lymphzellen gezielt zu zerstören. Das hat sich jetzt geändert. Einzelne AIDS-Fachleute halten jetzt eine Heilung von AIDS in circa zehn Jahren eher für möglich.
Der Förderverein „Neue Wege in der HIV-Therapie“ hat seit Jahren gefordert, in dieser Richtung zu forschen. Dabei hat er insbesondere auf die Möglichkeit der passiven Immunisierung mit anti-p24 hingewiesen, weil sich damit – einfach und nebenwirkungsarm – das Reservoir und die Fabriken des Virus zerstören lassen.
Solche neue Wege in der HIV-Therapie kollidieren allerdings mit den Profitinteressen von Pharma-Monopolen. Diese machen Milliarden-Geschäfte mit der lebenslangen antiretroviralen Therapie und haben somit nicht unbedingt Interesse daran, dass AIDS eine heilbare Krankheit wird…

Passive Immunisierung gegen West-Nil-Virus erfolgreich
Nach US-Forschern haben jetzt auch Wissenschaftlern in den Niederlanden einen monoklonalen Antikörper entwickelt, der diesen für Menschen und Tiere gefährliches Virus unschädlich machen kann (Ärztezeitung 16.6.05). Auch bei anderen Viruserkrankungen wird die passive Immunisierung mit Erfolg eingesetzt. Gegen die bedrohlich SARS-Virus-Epidemie konnte innerhalb weniger Monaten eine wirksame passive Immunisierung entwickelt werden. 
Es stellt sich unverändert die Frage, warum einfache und preiswerte Verfahren wie die passive Immunisierung in der AIDS-Therapie bislang ignoriert bzw. boykottiert werden - obwohl es mit dem anti-p24 einen sehr wirksamen Antikörper gibt.

Monoklonale Antikörper in Eiern produziert
Kürzlich wurde darüber berichtet, dass es kalifornischen Forschern erstmals gelungen sei, menschliche Antikörper aus Eiern mit Hilfe von genmanipulierten Hühnern herzustellen (Ärztezeitung 30.8.05). Diese Technik eröffnet neue Möglichkeiten in der Krebstherapie und auch in der passiven Immuntherapie bei Viruserkrankungen wie AIDS. Antikörper über Hühnereier zu gewinnen, auch ohne Genmanipulation, war in der tiermedizinischen Versuchsanstalt Damsdorf bei Podsdam allerdings schon lange bekannt. Dort wurden steril gehaltene Hühner (SFB-Hühner) mit Antigenen immunisiert, so dass aus den Eiern Antikörper in großen Mengen gewonnen werden konnten. Es ist traurig, dass diese Versuchsanstalt nach der Wende „abgewickelt“ wurde Auch die Anstrengungen des Tiermediziners Hartmut Kobilke (Mitglied im Förderverein „Neue Wege in der HIV-Therapie“), in Damsdorf weiter Antikörper zu produzieren, wurden vonseiten der Pharmaindustrie und offizieller Stellen boykottiert. Für die Entwicklung einer Immun- oder Radioimmuntherapie gegen AIDS wäre diese Technologie von großer Bedeutung gewesen – ein trauriges Beispiel für den Umgang mit innovativer Technologie in Deutschland. 

Falsche Impfstrategien gegen AIDS
Innsbrucker AIDS-Forscher haben herausgefunden, dass die bisherigen Strategien für einen AIDS-Impfstoff die Infektion eher anheizen als verhindern. „Wir haben das als Erste in der Welt bewiesen. Das ist ein dramatisches Geschehen – fast tödlich für die derzeit verfolgten Vakzine-Strategien“, so Prof. Manfred Dierich bei einem Pressegespräch auf den Österreichischen Ärztetagen in Grado 28.5.05.
Bereits im Jahr 1992 hat Prof. J. Segal in seinem Lehrbuch zu AIDS auf die verhängnisvolle Rolle der Hülleiweiße bei der Impfstoffentwicklung hingewiesen. Zu dieser Zeit hatte auch der Prof. Salk, der Erfinder der Polio-Impfstoffs, nach neuen Wegen der Immunisierung unter Ausschluss der Hülleiweiße gesucht. Auf mehreren AIDS-Kongressen und Tagungen - zuletzt in Würzburg 2005 - haben Mitglieder des Fördervereins „Neue Wege in der AIDS-Therapie“ deshalb neue Impfstrategien gefordert. Ä
Auf einen Brief des Fördervereins antwortet Prof. Dierich am 1.7.05; „Vielen Dank für Ihr Interesse an unseren Arbeiten… Wir versuchen ein europäisches Konsortium zustande zu bringen, im Bemühen um EU-Forschungsgeld. Ich hoffe, dass uns das gelingt. Ansonsten ist ein ständiges Problem für uns die Unterfinanzierung…“
Gerade solche neuen Wege in der AIDS-Impfstoff-Forschung verdienen die Unterstützung einer breiten Öffentlichkeit! Es ist dem Bemühen des Fördervereins zu verdanken, dass sich das Aktionsbündnis AIDS sich kürzlich für eine stärkere Unterstützung der Impfstoff-Forschung entschieden hat.

AIDS aus Afrika - oder eine „Krankheit des weißen Mannes“
Interessantes zur Ausbreitung von AIDS in Südafrika brachte der Frankfurter Virologe Prof. Preiser zutage. Die erste Epidemie-Welle begann in den 80-er Jahren unter weißen Homosexuellen. Seit 1990 wurde eine stärkere Ausbreitung unter der schwarzen Bevölkerung erkennbar. „Inzwischen hat die Welle der Dritte-Welt-Epidemie die Epidemiewelle der Ersten Welt überholt“, so Prof. Preiser, der an der Fakultät für Gesundheitsforschung der Universität Stellenbosch bei Kapstadt arbeitet (Ärztezeitung 15.12.05)
Diese Aussage entspricht der allgemein verbreiteten Einschätzung in Südafrika, dass AIDS eine „Krankheit des weißen Mannes“ ist. Die Daten der Epidemiologie zeigen eindeutig, dass die Seuche von infizierten Homosexuellen in den USA ihren Ausgang genommen hat und die ersten AIDS-Fälle dort 1979 auftraten. Über Sextourismus, später auch über verseuchte Blutkonserven wurde die Krankheit in anderen Ländern und Kontinenten verbreitet.
Demgegenüber existiert nach der Afrika-Theorie einiger US-Wissenschaftlern um R. Gallo das Virus seit Jahrhunderten unter Schimpansen in Zentralafrika. Es sei schon mehrere Male auf Menschen übertragen worden und habe Epidemien ausgelöst. Diese hätten dann die gesamte Population ausgelöscht - weshalb das Virus auch in früheren afrikanischen Blutproben nicht nachweisbar war.
Eine kritische Auseinandersetzung mit dieser abenteuerlichen „Afrika-Theorie“ ist weiterhin erforderlich. In diesem Sinne äußerte sich auch die kenianisiche Friedensnobelpreisträgerin und Tiermedizinerin Wangari Maaathai (Primatenzentrum Göttingen) aus der Uni Göttingen: „Einige sagen, AIDS komme von den Affen und ich bezweifle das, weil wir seit jeher mit Affen leben. Andere sagen, es sei eine Strafe Gottes, aber ich sage, das kann nicht sein…In Wirklichkeit ist das HIV-Virus von einem Wissenschaftler für die biologische Kriegsführung geschaffen worden…(www.abc.net.au/news). Interessant ist auch eine Untersuchung der Zeitschrift PNAS unter Affenjägern in Kamerun, die also beim Jagen und Schlachten engen Kontakt hatten mit Affen. Es fanden sich viele bereits bekannte und auch neue Primaten-Viren. Von HIV-I-Viren ist allerdings nicht die Rede (Ärztezeitung 19.5.05).

Unis forschen für den Profit
„In Deutschlands Universitäten hat die Kommerzialisierung Einzug gehalten. Durch Exklusivverträge entstehen weitreichende Abhängigkeiten von Firmen… Relativ neu ist, das immer mehr Forschende sich bemühen, ihre eigenen Ergebnisse in bare Münze umzuwandeln. Forschungsresultate werden patentiert, Universitätsprofessoren werden zu Managern ihrer eigenen Firmen. Kommerzialisierung ist zum Leitprinzip der europäischen Forschungspolitik geworden… Der US-amerikanische Physiker und Philosoph Krimsky fällt ein vernichtendes Urteil: „Indem Universitäten ihre Labors in kommerzielle Firmen umwandeln, wird es in der akademischen Welt immer weniger Möglichkeiten für eine Wissenschaft im Interesse der Öffentlichkeit geben – ein unschätzbarer Verlust für die Gesellschaft“.
Nun erscheint noch ein weiteres Problem am Horizont. In Deutschland sind die Universitätskliniken als Hort der angewandten Forschung bedroht… Nachdem schon eine Vielzahl städtischer und kommunaler Krankenhäuser privatisiert wurden, sollen jetzt auch Universitätskliniken unters Messer kommen. Die Ärzte der Uni-Kliniken befürchten das Ende ihrer Forschung…Zwei der privaten Bieter für die Uni-Kliniken sind bereits mit einschlägigen Äußerungen aufgefallen. Ein Hauptgesellschafter der Helios-Kliniken hat angekündigt, sie hätten kein Interesse an der Grundlagen-Forschung…“ (Pharma-Brief  Spezial 2/2005 der BUKO)

Vereinsinfo Nr. 2 / 2006 zum Welt-AIDS-Tag 2006

“Pillen statt Profite” - Interview mit Rainer Seybold vom Aktionsbündnis gegen AIDS (aus dem Info des Fördervereins Juli 2006)

Wahlprüfsteine des Fördervereins zur Bundestagswahl 2005
(rtf-Datei 18 KB)

“Bekämpft AIDS – nicht Menschen mit AIDS” – der Förderverein beteiligt sich am CSD und “Hocketse” 2005 in Stuttgart

Beteiligt euch bei der zweiten Nacht der Solidarität am 2. Juli!
(Juli 2005)

Dr. M. Rath schadet den Kampf gegen AIDS
– Zur Anti-Pharma-Kampagne des Dr. M. Rath
Juni 2005)

Schüler des Paracelsius-Gymnasium in Hohenheim
unterstützen den Kampf gegen AIDS
Bei einem, von den Schülern der Klasse 8b mit sehr viel Engagement selbst aufgeführten Theaterstück “Das Rätsel des Feuers” von Henning Mankell wurden cicra 1000 Euro Erlös für die Aspirin-/Selen-Studie in Zimbabwe und noch einmal circa 1000 Euro Erlös für die Kasubi-High-School in Kampala/Uganzda erzielt.
Auszüge aus dem Programmheft sind hier bereits hinterlegt.

(Juni 2005)

Vorschlag zur internationalen Vernetzung
(Mai 2005)

Vorschläge des Fördervereins
für den Zukunftsworkshop des Aktionsbündnis gegen AIDS:
Antientzündliche Mittel und Impfstoffforschung

Münchner AIDS-Tage 2004
Erforschung des niedrig dosierten Prednisolon (= Cortison) in der HIV-Therapie

DaimlerChrysler als AIDS-Helfer in Südafrika?
Kritische Anmerkungen zur bambi-Preisverleihung an DC-Chef J. Schrempp
(November 2004)

6. Frauenpolitischer Ratschlag in Düsseldorf
“Für uns schien es eine Krankheit des weißen Mannes zu sein”
Auszüge aus einem Bericht von Frances Hartley aus Südafrika
(Oktober 2004)

Beiträge zur 1. Offenen Universität vom 27.9. bis 2. 10.2004:
Zur Korrektur einiger grundlegender Irrtümer über das HIV und AIDS
(Christoph KLug, Recklinghausen)
(1420 KB)
Bedeutende Erfolge in der HIV-/AIDS-Therapie mit Aspirin
(Dr. Marianne Thomsen Bindura, Zimbabwe)
(220 KB)
entnommen der Dokumentation der 1. Offenen Universität mit freundlicher Genehmigung der Autoren. Die Dokumentation ist erhältlich beim Verlag Neuer Weg. Siehe auch die Homepage
www.offene-universitaet.de

Patent vor Patient   
Ab Januar 2005 gilt der neue Produktschutz der Welthandelsorganisation. »Ärzte ohne Grenzen« fürchtet um Medikamente für AIDS-Bekämpfung in Entwicklungsländern (Artikel aus jungle world vom 23.10.2004)

Kinder mit HIV/Aids sind vernachlässigte Patienten

Ärzte ohne Grenzen fordert bessere Medikamente für Kinder mit HIV/Aids

Presseerklärung von Ärzte ohne Grenzen vom 03.11.04 (36 KB)

Bericht über die Jahresversammlung des Aktionsbündnises gegen AIDS 2004
von Ralf Bogen

Presseerklärung des Aktionsbündnisses zur Jahresversammlung
i
n Bad Godesberg am 22./23. Oktober 2004
(Link zur Homepage des Aktionsbündnis)

Vorschlag des Fördervereins für das Aktionsbündnis:
“Wie machen wir weiter? – oder: was wir uns vom Aktionsbündnis gegen AIDS wünschen” (39 KB)

Das Aktionsbündnis und die Auseinandersetzung
zwischen der Deutschen AIDS-Hilfe (= DAH) und dem Förderverein über Ethik und Moral bzgl. der Aspirin-/Selen-Studie in Zimbabwe und der Haltung zur Pharmindustrie und ihrem Streben, AIDS-Aktivisten über Sponsorengelder und weitere Vergünstigungen in ihre Politik in Forschung und Therapie einzubinden.

15. Welt-AIDS-Konferenz in Bangkok
“AIDS und HIV bekommen ein weibliches Gesicht”
Juli 2004
 

 

Hoffnungsschimmer zur restlosen Entfernung von HIV?

Das Ringen um das Leben
von Millionen AIDS-Kranken
geht weiter!

AIDS-Kongress in Frankfurt 2007

Stuttgarter Solidaritätsreise
nach Bukarest